Digital Systems
 

Kooperation von OSRAM und Silvair: „Für eine offene Systemlösung“

Lichtmanagementsysteme (LMS)

22.04.2020 | Produkte

Als Technologiepartner von OSRAM stellt das polnisch-amerikanische Unternehmen Silvair seit 2019 die funkbasierte Bluetooth mesh Technologie für das Lichtsteuerungssystem HubSense bereit. Rafal Han ist CEO und Co-Gründer von Silvair. Im Gespräch verrät er die Vorteile dieser Technologie und welche bedeutende Rolle diese in Zukunft spielen werden.

OSRAM: Herr Han, seit 2017 gibt es die Kommunikationstechnologie Bluetooth Mesh – eine Weiterentwicklung der funkbasierten Datenübertragung mittels den Bluetooth Standard. Mit Bluetooth Mesh können bis zu 32.000 Netzwerkteilnehmer in einem System kommunizieren. Ihre Firma Silvair bietet funkbasierte Lichtsteuerungs-Technologie an, die auf diesem internationalen Standard basieren. Warum haben Sie sich dabei für Bluetooth Mesh entschieden?

Rafal Han: Wir glauben an offene Systemlösungen – und so eine ist Bluetooth Mesh. Solche Standards sorgen für technologischen Fortschritt und Innovationen und schaffen neue Märkte. Außerdem bieten sie Transparenz und Sicherheit, anders als herstellergebundene Systeme. Deshalb haben wir vor einigen Jahren entschieden, uns auf einen offenen und globalen Funkstandard für Beleuchtungsanwendungen zu konzentrieren. Damals startete die Bluetooth Special Interest Group (SIG) eine Mesh-Arbeitsgruppe, um diesen Standard zu entwickeln. Die Bluetooth SIG ist ein Netzwerk aus mehr als 34.000 Unternehmen, die an der Bluetooth-Technologie arbeiten. Unser CTO wurde zum Vorsitzenden der Arbeitsgruppe, und Silvair leistet bis heute einen wichtigen Beitrag zur Mesh-Arbeitsgruppe von Bluetooth SIG.

Was bieten Sie Ihren Kunden mit dem Lichtsteuerungssystem von Silvair?
Wir ermöglichen Herstellern einzelner Beleuchtungskomponenten, ihre Systeme in drahtlose Netzwerke zu integrieren. Außerdem bieten wir spezielle Softwaretools an, um ebensolche Bluetooth-Mesh-Lichtsteuerungsnetzwerke einzurichten und zu bedienen. Das Lichtmanagementsystem HubSense von OSRAM beruht auf unserer Softwarelösung.

Was ist das Besondere an der Technologie von Silvair?
Unsere kabellose Lichtsteuerung ist genauso zuverlässig und skalierbar wie kabelgebundene Installationen. Jahrelang war das gar nicht möglich, aber dank technischer Fortschritte konnten wir eine Lösung entwickeln, die sowohl zuverlässig als auch unkompliziert zu bedienen ist. So kann unsere Technologie in jedem Büro, jeder Schule, jedem Lager und jedem Parkhaus eingesetzt werden. Es steht allen zur Verfügung und senkt dabei auch noch drastisch die Energiekosten. Das ist auch ein Vorteil des HubSense-Systems von OSRAM.

Was sind die Vorteile von Bluetooth Mesh gegenüber Zigbee?
Die drei wichtigsten Aspekte der professionellen Lichtsteuerung sind: Skalierbarkeit, Zuverlässigkeit und Einfachheit. In allen dreien ist Bluetooth Mesh aus meiner Sicht führend. Eine professionelle Lichtsteuerung hat oft Hunderte oder gar Tausende von Knoten, die ständig Daten austauschen müssen. Bluetooth Mesh verfügt über eine lange Liste einzigartiger Funktionen, mit denen wir die Anforderungen eines so großen Netzwerks erfüllen können – etwa eine sehr hohe Datenrate.

Was wird in Zukunft noch alles möglich sein mit dieser Technologie?
Gerade untersuchen und testen Entwickler auf der ganzen Welt das Potenzial von Bluetooth-Mesh-Netzwerken. Dabei entstehen ständig neue innovative Dienste: etwa Indoor Navigating oder die vorausschauende Wartung. Wir integrieren diese neuen Möglichkeiten in unser Lichtsteuerungssystem. Wer sie dann nutzen möchte, kann das ohne großen Aufwand tun. Weil sich die Silvair-Firmware über Funk aktualisieren lässt, können Produkte, die bereits in Betrieb sind, problemlos um solche neuen Funktionen erweitert werden. Ein weiterer Ausblick dazu, was qualified Bluetooth Mesh in Zukunkft bieten wird, steht Mitgliedern der Interessengruppe Bluetooth Special Interest Group zur Verfügung.

Weshalb ist diese Technologie so wichtig für die Zukunft?
Dank Bluetooth Mesh gibt es heute einen globalen Standard für drahtlose Beleuchtungssysteme. Das ermöglicht uns, Gebäude endlich so umzugestalten, dass sie effizient und nachhaltig sind. Besonders wichtig ist, dass das Bluetooth-Netzwerk ein offenes System ist, das von jedem genutzt werden kann. Die Bluetooth SIG, zu der wir gehören, entwickelt diesen Standard kontinuierlich weiter – auch entsprechend den Erwartungen der Beleuchtungsindustrie. In neuen Versionen, die in den nächsten Jahren folgen werden, können wir uns also auf weitere spannende Funktionen freuen.

Wo wird Ihre Technologie für Beleuchtungssysteme bereits genutzt?
In Europa und in den USA gibt es schon einige Projekte. Sie finden unser drahtloses System in Büros, Schulen, Lagerhallen, Museen, Parkhäusern – und sogar im legendären Stratosphere Tower in Las Vegas, dem höchsten freistehenden Aussichtsturm der USA.

Warum kooperieren Sie mit OSRAM?
OSRAM ist eine der etabliertesten Marken in der Beleuchtungsbranche, die auf der ganzen Welt für hochwertige Produkte und innovative Lösungen steht und dem Markt mit dem HubSense System eine vollwertige Gesamtlösung anbietet. Die Bluetooth-Mesh-Technologie ist ein offener Standard, der Chancengleichheit schafft – für Schwergewichte der Branche genauso wie für kleine Familienunternehmen. Um das Bluetooth-Mesh-Ökosystem weiterzuentwickeln, ist es aber besonders wichtig, dass sich große Firmen der Lichtbranche daran beteiligen. Das Engagement von OSRAM ist ein starkes Signal für die gesamte Branche und bestätigt das enorme Potenzial der Bluetooth-Vernetzung in professionellen Beleuchtungssystemen.

Wie werden die Daten von OSRAM Bluetooth Mesh Komponenten künftig auf Ihrer Plattform genutzt?
OSRAM arbeitet schon seit Jahren an Lösungen zur Bereitstellung an Leuchtendaten und ist hier führend. Die Bluetooth Mesh Technology ist besten geeignet als Datenträger speziell um größere Datenmengen aus einer intelligente Lichtinfrastruktur zur Verfügung zu stellen. Daten sind die Zukunft der Lichtsteuerung. Nur damit können wir Gebäude nachhaltig machen und sie an die Bedürfnisse der Nutzer anpassen.