Presseinfos
Rede Dr. Wolf-Dieter Bopst zur Bilanzpressekonferenz
Innovationen als Erfolgsmotor von Osram
Dr. Wolf-Dieter Bopst
Vorsitzender der Geschäftsführung der Osram GmbH
Bilanzpressekonferenz am 25. November 2003 in München
- Es gilt das gesprochene Wort -
Innovationen als Erfolgsmotor von Osram
Sehr geehrte Damen und Herren,
drei Highlights gab es in unserem abgelaufenen Geschäftsjahr 2003 (1.10.2002 bis 30.9.2003):
- Anfang April eröffneten wir die modernste Opto-Chipfabrik der Welt in Regensburg
- Ende September dann die Unterzeichung eines Vertrags über die Akquisition des zweitgrößten russischen Leuchtstofflampenherstellers Svet
- Und last but not least sind wir durch eine erhebliche Verbesserung unserer Ergebnismarge auf fast 10 Prozent sehr nah an unser ehrgeiziges Ziel aus der Operation 2003 herangekommen. Das sehen wir in diesen konjunkturell schwachen Zeiten als eine solide Leistung.
Diese Highlights sind ein Resultat unserer langfristigen Unternehmensstrategie mit den Schwerpunkten Innovation, Ausbau des Weltgeschäftes und Kostenführerschaft. Und genau darauf basiert auch unser Erfolg in 2003, den wir trotz eines schwierigen konjunkturellen Umfelds erzielt haben.
Mit einem Umsatz von 4,2 Milliarden Euro erreichten wir ein währungsbereinigtes Wachstum von 6 Prozent. Rein rechnerisch lag unser Konzernumsatz um 4 Prozent unter dem Vorjahr, wobei die negativen Währungseinflüsse, vor allem wegen der Dollarkursentwicklung, sich auf 10 Prozentpunkte beliefen. Während wir im Breitengeschäft insbesondere in Westeuropa und Amerika die schwache Marktentwicklung spürten, brachten uns innovative Produkte sowie die Regionen Asien/Pazifik und Osteuropa ein beachtliches Mengenwachstum. Insgesamt lag dieses bei 8 Prozent. Unsere Marktposition als einer der zwei größten Lichthersteller der Welt konnten wir dadurch weiter stärken.
Gewinnsteigerung trotz Konjunkturschwäche
Unser Bereichsergebnis konnten wir deutlich steigern - trotz der insgesamt schwachen Weltkonjunktur, eines harten Wettbewerbs, hoher Entwicklungsvorleistungen und Anlaufkosten für neue Produkte insbesondere im Bereich Opto-Halbleiter sowie Restrukturierungsaufwendungen in Deutschland und den USA. Das Bereichsergebnis erreichte 410 Millionen Euro, womit unsere Umsatzrendite von 8,4 auf 9,8 Prozent gestiegen ist. Wir sind mit diesem Ergebnis zufrieden, und in dem Zeitraum, den ich selbst überschauen kann, hatten wir bei Osram noch nie eine so gute operative Performance.
Die Verbesserung basiert vor allem auf den innovativen Produkten, die uns nicht nur ein beachtliches Mengenwachstum und damit Skalen-Effekte bringen, sondern auch einen überdurchschnittlichen Ergebnisbeitrag. Kurz gesagt: Die Innovationen sind der Motor unseres Erfolges. Besonders erfreulich war aufgrund der starken Umsatzsteigerung von 27 Prozent auf 392 Millionen Euro die Entwicklung bei Opto-Halbleitern. Dieser Markt ist nach einer vorübergehenden Schwäche im Vorjahr wieder auf den langfristigen Wachstumspfad zurückgekehrt.
Neben den Innovationen ist für unsere Ertragskraft auch ein striktes Kostenmanagement von größter Bedeutung, das bei Osram seit Jahren ein Teil der Unternehmenskultur ist. Um unsere langfristige Wettbewerbsfähigkeit in einem globalen Marktumfeld zu sichern, haben wir unsere Fertigungspräsenz in Niedriglohnländern systematisch weiter verstärkt. Im Asset Management konnte insbesondere durch Abbau der Lagerbestände und prozessverbessernde Maßnahmen bei Forderungen und Verbindlichkeiten eine deutliche Reduzierung des Geschäftsvermögens erreicht werden. Große Fortschritte haben wir dabei vor allem bei unserer amerikanischen Tochtergesellschaft gemacht. Durch gleichzeitige Investitionszurückhaltung konnten wir einen Geldsaldo von 528 Millionen Euro erzielen, der deutlich über dem Bereichsergebnis liegt und die gute operative Performance des Unternehmens damit nochmals bestätigt.
Dynamische Entwicklung in Asien/Pazifik
Das Wachstum in den einzelnen Regionen der Welt verlief recht unterschiedlich. Während sich Europa und die USA verhalten entwickelten, boomte Asien/Pazifik. In diesem dynamischen Markt konnten wir unseren Umsatz um 13 Prozent auf 577 Millionen Euro steigern, trotz negativer Kurseinflüsse von über 10 Prozent. Erfreuliche Wachstumsraten wiesen China, Indonesien und Taiwan auf. In Japan verzeichneten wir im Autolampengeschäft eine erhebliche Umsatzsteigerung. Gute Erfolge verbuchten wir auch bei asiatischen Geräteherstellern mit Halogenmetalldampflampen für die Video-Projektion und den dazugehörigen elektronischen Vorschaltgeräten. Durch eine verstärkte Vertriebspräsenz vor Ort erreichte die OSRAM Opto Semiconductors ebenfalls hervorragende Steigerungsraten.
In China beschäftigen wir inzwischen rund 5.000 Mitarbeiter. Wir haben ein ertragreiches Geschäft aufgebaut und uns in den letzen Jahren eine stabile Basis geschaffen. Neu eingerichtet haben wir in Foshan ein Design-Center für Lampen und elektronische Vorschaltgeräte. In 2003 lag der Umsatz unserer chinesischen Gesellschaften bei rund 200 Millionen Euro. Für die kommenden Jahre haben wir uns vorgenommen, unsere Marktposition in China durch eine Verstärkung der Vertriebsorganisation und -struktur einschließlich Logistik deutlich auszubauen. Wir wollen aber auch in anderen wachstumsstarken Ländern der Region weiter vorankommen: Schwerpunkte sind dabei Korea, Indien und Indonesien.
NAFTA: Erfolge in einem schwierigen Umfeld
In den NAFTA-Staaten USA, Kanada und Mexiko lag unser Umsatz mit rund 1,8 Milliarden Euro kursbedingt um 14 Prozent unter dem Vorjahr. In Dollar gerechnet hatten wir dagegen ein leichtes Wachstum von einem Prozent. Wir sind aber stolz darauf, dass es uns damit dennoch gelungen ist, unseren Marktanteil in der Region weiter zu erhöhen. Die Osram Sylvania ist gestärkt aus den schwierigen letzten Jahren hervorgegangen - sowohl hinsichtlich unserer Kostenposition als auch hinsichtlich Kundenakzeptanz, und wir sehen auch hier unsere Innovationskraft als einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil an.
In den USA haben wir bei der Allgemeinbeleuchtung uns in einem schwierigen Marktumfeld gut behauptet. Zuwächse brachten uns Energiesparlampen sowie hochwertige Glühlampen. Ein Mengenwachstum konnten wir auch bei Autoscheinwerferlampen für den Aftermarket (also für die Nachrüstung), bei elektronischen Vorschaltgeräten und foto-optischen Speziallampen erzielen. Die hohen Zuwachsraten bei Opto-Halbleitern verdanken wir verstärkten Design-in-Aktivitäten, d.h. wir arbeiten eng mit Kunden insbesondere aus der Automobilindustrie zusammen, die neue Systeme konzipieren und beraten sie, wie sich unsere LED optimal einsetzen lassen. Im Geschäft mit Vorerzeugnissen spürten wir die anhaltende Schwäche der Wolfram verarbeitenden Industrie. Unsere Aktivitäten in Mexiko waren durch einen schwierigeren Markt und einen härteren Preiswettbewerb geprägt. Unser neues Werk in Monterrey spezialisiert sich auf Vorerzeugnisse und elektronische Vorschaltgeräte für den nordamerikanischen Markt.
Einen unserer Verkaufsschlager in den USA, die Auto-Scheinwerferlampe Silverstar, möchte ich Ihnen kurz vorstellen. Sie ist für die Nachrüstung bestimmt und hat durch ihr helles bläulich-weißes Licht einen ähnlichen Look wie Xenonlampen, ist aber eine Halogenglühlampe und kann dadurch zu einem günstigeren Preis angeboten werden. Wir haben dieses neue Produkt auf die Zielgruppe der "Tuning-Fans" zugeschnitten: Männer zwischen 18 und 35 Jahren. Unser Werbespot zeigt, dass wir hier nicht einfach eine Lichtquelle, sondern ein Lifestyle-Produkt verkaufen. Wir waren sehr schnell am Markt und wir haben bis heute eine Alleinstellung. Die Zahl der Händler, bei denen wir vertreten sind, ist innerhalb eines Jahres von rund 7.000 auf 12.000 gestiegen. Unser Aftermarket-Geschäft im NAFTA-Raum ist im Geschäftsjahr 2003 um 24 Prozent gewachsen. Sie erkennen daran, dass gezielte Marketingaktivitäten auch im Lichtquellengeschäft, insbesondere im Aftermarket-Bereich, von nicht zu unterschätzender Bedeutung sind.
Stabilität in Europa
In Europa lag unser Umsatz mit rund 1,5 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Wie bisher konnten wir bei neuen Produkten Steigerungsraten erzielen. Die wichtigsten Wachstumsträger waren neben Opto-Halbleitern Halogenlampen für Netzspannung, T5-Leuchtstofflampen, Halogenmetalldampflampen mit Keramikbrenner, dimmbare und besonders schlanke elektronische Vorschaltgeräte sowie Xenon-Scheinwerferlampen.
Expansionkurs in Osteuropa
Erfreulich war der weiterhin starke Umsatzanstieg um 14 Prozent auf 75 Millionen Euro in Osteuropa. Dort sind wir nicht nur dabei, unsere Vertriebspräsenz, sondern auch unsere Produktion weiter auszubauen. Wir verlagern zur Zeit einen Teil unserer Wendel- und Feindrahtproduktion aus Deutschland und den USA an unseren tschechischen Standort Bruntál. Hier handelt es sich um Vorerzeugnisse mit einem hohen Lohnanteil. Zum Vergleich: In Berlin kostet uns die Stunde eines Arbeiters einschließlich Lohnnebenkosten 23,65 Euro, in Bruntál 3,63 Euro. Die effektive Jahresarbeitszeit in Berlin liegt bei 1.442 Stunden, in Tschechien bei 1.695 Stunden - das sind fast 20 Prozent mehr. Das Werk in Berlin-Wedding - neben Spandau unser kleinerer Standort in Berlin - wird, wie bereits lange geplant und angekündigt, im März 2004 die Produktion einstellen.
Ein besonderes Highlight für uns war - wie ich Eingangs schon sagte, - dass wir am 30. September dieses Jahres eine strategisch wichtige Akquisition unter Dach und Fach bringen konnten. Am 1. Januar 2004 werden wir rund 90 Prozent der Anteile am Leuchtstofflampenhersteller Svet in Smolensk übernehmen, einem Unternehmen mit rund 12 Millionen Euro Umsatz und 2.000 Mitarbeitern. Wir sind stolz darauf, dass wir damit der erste internationale Lichthersteller sein werden, der ein Werk in Russland betreibt.
Leuchtstofflampen sind in Russland nach den Glühbirnen die am meisten verkauften Lichtquellen mit rund 100 Millionen Stück im Jahr. Der Anteil von Svet an diesem Marktsegment liegt bei rund 35 Prozent. Es handelt sich um ein solides Unternehmen mit guten Kundenkontakten und einer engagierten und erfahrenen Mannschaft. Wir wollen in den nächsten 5 Jahren in Smolensk über 10 Millionen Euro investieren und das Produktionsvolumen verdoppeln.
Der neue Standort eröffnet Osram einen Zugang zum Massengeschäft mit Leuchtstofflampen in Russland und im gesamten osteuropäischen Raum. In Zukunft können wir uns in diesem vielversprechenden Markt noch besser positionieren, insbesondere in den tieferen Preissegmenten, die wir bisher nicht bedient haben. Wir sehen dadurch mittelfristig gute Chancen, unseren Marktanteil in Russland von heute rund 10 Prozent zu verdoppeln.
Weiter starker Konkurrenzdruck in Deutschland
In Deutschland, dem größten europäischen Lichtmarkt, machten wir 12 Prozent unseres Weltgeschäfts. Hier lag unser Umsatz mit 492 Millionen Euro um 1 Prozent über dem Vorjahr. Der Trend zu neuen und hochwertigen Lichtquellen hielt an. Dämpfend wirkten sich dagegen die allgemeine Wirtschaftslage und der harte Preiswettbewerb vor allem durch asiatische Anbieter aus.
Deutschland ist in unserem globalen Geschäft heute ein relativ kleiner Markt - als Fertigungsstandort allerdings weiter unser Schwerpunkt für innovative Hightech-Produkte. In Deutschland haben wir das Fachwissen und die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten, die wir brauchen, um Weltneuheiten zu entwickeln, marktreif zu machen und in die Produktion einzuführen.
Deshalb floss im abgelaufenen Geschäftsjahr auch wieder ein großer Teil unserer Sachanlageinvestitionen - 123 Millionen Euro - ins Inland. Das ist fast die Hälfte unserer weltweiten Sachanlageinvestitionen, die bei 248 Millionen Euro lagen. Auf den Standort Regensburg entfielen nahezu 50 Millionen Euro. Mit der neuen Chip-Fabrik haben wir die Basis für eine weitere Expansion des zukunftsträchtigen LED-Geschäfts gelegt. Bis 2005 können wir dadurch unsere Produktionskapazität für Opto-Halbleiter verdoppeln.
Schwerpunktmäßig haben wir außerdem in den Kapazitätsausbau an den folgenden Standorten investiert: in Berlin Spandau für Hochdruckentladungslampen, in Herbrechtingen für H7 Halogen-Scheinwerferlampen und in Eichstätt für Halogen-Hochvoltlampen.
Bedingt durch Rationalisierung und Fertigungsverlagerungen an Niedriglohnstandorte wurde der Personaleinsatz in unseren deutschen Lampen-Werken weiter reduziert. In unserem neuen Werk in Regensburg Burgweinting stellten wir dagegen bedingt durch den Kapazitätsaufbau mehr als 100 neue Mitarbeiter ein. Die Entscheidung, unsere Chip-Fabrik in Regensburg zu bauen, haben wir nicht nur deshalb gefällt, weil wir vor Ort bereits eine sehr erfahrene Mannschaft haben, sondern auch, weil uns der Standort ein gut ausgebildetes Mitarbeiterpotential bieten kann. Unter dem Strich ist die Zahl unserer inländischen Beschäftigten im Geschäftjahr 2003 um 340 auf 8.813 zurück gegangen. Lassen Sie mich an dieser Stelle aber darauf hinweisen, dass wir durch die konsequente Innovationsstrategie dennoch die Inlandsbeschäftigung in den letzten zehn Jahren ziemlich konstant halten konnten. Wir liegen heute sogar immer noch über dem Niveau von 1993. Damals waren es rund 8.300 Mitarbeiter.
Unsere deutschen Werke zeichnen sich durch eine hochautomatisierte und äußerst effiziente Fertigung sowie flexible Arbeitsmodelle aus. Nur dadurch können wir hier wettbewerbsfähig produzieren. Wir müssen unsere Herstellkosten allerdings immer wieder auf den Prüfstand stellen. An den Zahlen, die ich Ihnen im Zusammenhang mit Berlin und Bruntál nannte, sehen Sie, wie dramatisch der Vergleich bei Personalkosten und Arbeitszeiten ausfällt. Wir gehen das Thema Verlagerungen aber mit Augenmaß an, da uns bewusst ist, dass solche Arbeitsplätze für immer verloren sind. Wir unternehmen daher große Anstrengungen an unseren inländischen Standorten, unsere Kostenpositionen ständig zu verbessern.
Lassen Sie mich kurz erläutern, mit welchen Methoden wir das angehen: Auf einem permanenten Benchmarking mit den kostengünstigsten Konkurrenten basieren "Design to Cost & Customer Needs"-Projekte. Im gesamten Unternehmen laufen jährlich ca. 25 Projekte. Ich möchte Ihnen das am Beispiel der Halogen-Niedervoltlampen kurz demonstrieren: Durch eine effizientere Gestaltung des Produktionsprozesses, die Installierung von Hochleistungs-Fertigungslinien, durch Outsourcing von Vorerzeugnissen zu chinesischen Lieferanten und die Verlagerung der Produktion für chinesische Kunden nach China wird es uns in diesem Geschäftsjahr gelingen, die 1999 festgestellte dynamische Kostenlücke von 64 Prozent zu schließen. Dieses Beispiel zeigt, welche Kräfte freigesetzt werden können, wenn man sich radikale Ziele setzt.
Für solche Erfolge werden wir in Zukunft verstärkt auch betriebliche Bündnisse für Arbeit brauchen - zur weiteren Flexibilisierung der Arbeitszeiten, zur Verlängerung der Arbeitszeiten ohne Zuschläge und zur Kostenentlastung gegen Ergebnisbeteiligung.
Nachdem ich über unsere Ausrichtung in Punkto globale Präsenz und Kostenführerschaft gesprochen habe, möchte ich jetzt zu unserem zentralen Zukunftsthema, der Innovation, kommen.
Osram, ein Hightech-Unternehmen der Lichtbranche
Wir wissen, dass wir unsere führende Weltmarktposition nur durch eine konsequente Innovationsstrategie sichern und ausbauen können. Rund 40 Prozent unseres Umsatzes kommen heute von innovativen Produkten. Sie bringen uns das nötige Wachstum und sichern Arbeitsplätze in Hochlohnländern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir weltweit rund 280 neue Patente angemeldet, das sind noch einmal 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit stehen wir an der Weltspitze - sowohl bei Lampen als auch bei LED. Das gleiche gilt auch für unsere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, die mit 206 Millionen Euro erneut bei rund 5 Prozent vom Umsatz lagen.
Stand heute machen wir rund ein Drittel unseres Umsatzes mit elektronischen Vorschaltgeräten, elektronisch betriebenen Lampen sowie optoelektronischen Halbleitern. Mittelfristig wollen wir diesen Elektronik-Anteil auf rund 50 Prozent erhöhen. Auf die herkömmliche Glühlampe entfielen im abgelaufenen Geschäftsjahr andererseits nur noch 11 Prozent des Umsatzes. Osram hat sich damit inzwischen vom klassischen Glühbirnenhersteller zu einem Hightech-Unternehmen der Lichtbranche weiterentwickelt, quer über alle Sparten hinweg.
Für solch einen Weg sind unternehmerische Weitsicht, langer Atem und Mut zum Risiko unabdinglich. Ich möchte das anhand einiger Produkte erläutern.
So haben wir bereits 1992 mit der Entwicklung des Xenon-Lichts begonnen - der Durchbruch kam dann Ende der 90er Jahre. Heute beherrschen nur wenige Unternehmen auf der Welt die anspruchsvolle Reinraum-Fertigungstechnologie für Xenon-Scheinwerferlampen höchster Qualität, wie sie für die Erstausrüstung von Autos gefordert wird. Damit haben wir eine starke Position in diesem Marktsegment und konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr unseren Umsatz zweistellig steigern. Ein wichtiges Entwicklungsthema sind zur Zeit Xenonlampen ohne Quecksilber - auch hier sind wir ganz vorne dabei und werden 2004 erste Produkte auf den Markt bringen.
Einen langen Atem brauchen wir auch bei organischen Leuchtdioden (OLED). An diesem Thema arbeitet die Osram Opto Semiconductors seit Ende der 90er Jahre. Die Vorteile der selbstleuchtenden Kunststoffschichten sind: brillante, extrem flache und helle Bildschirme mit einem weiten Betrachtungswinkel. So können visuelle Informationen wesentlich ansprechender kommuniziert werden. Anders als beim Flüssigkristalldisplay (LCD) braucht man keine Hinterleuchtung. OLED-Displays sind zum einen energieeffizienter und zum anderen können sie wesentlich flacher gebaut werden. Das ist bei Handys oder im Auto ein großer Vorteil.
Wir betreiben im kalifornischen San José eine Pilotlinie und haben in Malaysia eine Fertigung aufgebaut. Unsere Displays sind heute gelb-grün und werden zur Zeit unter dem Markennamen Pictiva in den Markt eingeführt. Die nächsten Entwicklungsschritte sind weiße und später vollfarbige OLED. Laut einer Studie des US-Marktforschungsunternehmens iSuppli soll der Umsatz mit OLED-Displays von 500 Millionen Dollar im Jahr 2004 auf knapp 2,5 Milliarden Dollar 2009 steigen. Das ist ein sehr vielversprechender Markt, in dem wir eine angemessene Rolle spielen wollen. Ich bin davon überzeugt, dass die hohen Investitionen, die wir heute in OLED tätigen für die Zukunft unseres Unternehmens von großer Bedeutung sein werden - langfristig auch im Bereich der Allgemeinbeleuchtung. Die Einschätzung, dass OLED einmal eine effiziente Lichtquelle für die Raumbeleuchtung im gewerblichen und privaten Bereich werden können, teilt im Übrigen auch das amerikanische Department of Energy (DOE). Aus diesem Grund sind uns jetzt in den USA Fördergelder für unsere OLED-Entwicklung in Höhe von 4,65 Millionen Dollar bewilligt worden. Diese sind Teil des Energiesparprogramms der amerikanischen Regierung, mit dem neue Technologien gefördert werden sollen.
Auf dem Gebiet der klassischen Leuchtdioden, die nicht wie OLED auf Kohlenwasserstoffverbindungen sondern auf Halbleiterkristallen basieren, möchte ich Ihnen heute eine Weltneuheit vorstellen, die ganz frisch aus unserer Entwicklungsabteilung im amerikanischen Hillsboro kommt: eine rote LED-Autolampe für das Bremslicht. Heute werden LED-Lösungen für jeden Fahrzeugtyp individuell entwickelt und angepasst. Mit einem entsprechenden Aufwand beim Design und bei der Herstellung. Der Vorteil des neuen LED-Moduls ist, dass es von der Automobilindustrie in ähnliche Rückleuchten wie Glühlampen eingesetzt werden kann. Das heißt, man braucht nur noch ein Grund-Design. Das eröffnet der LED im Automobilbereich ganz neue Perspektiven.
Bei Opto-Halbleitern haben wir als die Nummer 2 im Weltmarkt eine starke Position, die wir weiter ausbauen wollen, indem wir schneller wachsen als der Markt. Wir sind der einzige der drei großen Lichthersteller, der das LED-Geschäft voll integriert hat - also nicht in Form eines Joint-Ventures betreibt. Dadurch können wir Synergie-Effekte optimal nutzen - angefangen vom Vertrieb bis hin zu F&E. So profitieren wir zum Beispiel ganz entscheidend von unserer langjährigen Erfahrung im Bereich der Leuchtstoffe. Durch die Kombination einer blauen Leuchtdiode mit verschiedenen Leuchtstoffen erzeugen wir weißes Licht aber auch jede beliebige Farbe, sozusagen "Color-on-Demand". Für die Helligkeitssteigerung spielt neben dem Leuchtstoff auch der Chip-Aufbau eine große Rolle. Wir setzen dabei auf die sogenannte Dünnfilm-Technologie, und auch hier sind wir im weltweiten Innovations-Wettlauf sehr gut positioniert.
Lassen Sie mich vor dem Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr noch einen visionären Blick in die Zukunft des LED-Lichts werfen:
Heute
- in einem Handy 12 LED in Tastatur und hinter dem LC-Display
- in einem Auto 300 LED in Dashboard, Radio, Schaltern etc.
- in einem Großdisplay über 100.000 LED z.B. im Fußballstadion
Morgen
- Miniprojektoren mit LED für Handy und PDA - d.h. zu einer kleinen Besprechung brauchen Sie keinen separaten Beamer mehr mitnehmen
- LED statt klassischer Lampen im Auto-Scheinwerfer
- LED-Hinterleuchtung für Flachbildschirme ist strahlend hell und durchgehend homogen und sorgt für höchste Farbsättigung
- OLED-Display im Handy - d.h. die Farben werden brillanter und der Bildschirm besser erkennbar
- Adaptives Raumlicht: Mehr Komfort und individuelle Lichtstimmungen durch Steuerung der Lichtfarbe. Das erreicht man durch Leuchtstofflampen in Kombination mit LED.
Übermorgen
- Halbleiterlaser-Projektion: Bestes Bild durch hohe Schärfe und Farbbrillanz
- LED als hocheffiziente, langlebige Standardlichtquelle in der Allgemeinbeleuchtung - einfach einzusetzen für Jedermann
- OLED-"Tapete": Organische Leuchtdioden an Wänden, die wahlweise als Raumbeleuchtung oder Display genutzt werden können.
Ausblick
Sie sehen, wir haben für die Zukunft spannende Themen. Im kurzfristigen Bereich des aktuellen Geschäftes erwarten wir in den kommenden Monaten eine leichte Erholung des Weltmarktes und somit währungsbereinigt auch eine positive Umsatzentwicklung in allen unseren Sparten. Im Breitengeschäft rechnen wir mit einer anhaltend schwachen Marktentwicklung, bei innovativen Produkten jedoch weiterhin mit guten Zuwachsraten. Daher sind wir auch für 2004 bei normalem Konjunkturverlauf zuversichtlich, dass unser Umsatz kursbereinigt weiter steigen wird. Beim Ergebnis sehen wir ebenfalls noch Verbesserungspotenzial - obwohl wir auch wieder Sondereinflüsse (hohe Entwicklungsvorleistungen und Anlaufkosten für neue Produkte sowie Restrukturierungsaufwendungen in Deutschland und den USA) einplanen müssen.
Dieser Bericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung von Osram beruhen. Obwohl wir annehmen, dass die Erwartungen dieser vorausschauenden Aussagen realistisch sind, können wir nicht dafür garantieren, dass die Erwartungen sich auch als richtig erweisen. Die Annahmen können Risiken und Unsicherheiten bergen, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den vorausschauenden Aussagen abweichen. Zu den Faktoren, die solche Abweichungen verursachen können, gehören u.a.: Veränderungen im wirtschaftlichen und geschäftlichen Umfeld, Wechselkurs- und Zinsschwankungen, Einführungen von Konkurrenzprodukten, mangelnde Akzeptanz neuer Produkte oder Dienstleistungen und Änderungen der Geschäftsstrategie. Eine Aktualisierung der vorausschauenden Aussagen durch Osram ist weder geplant noch übernimmt Osram die Verpflichtung dazu.
Pressekontakt:
OSRAM OS
Marion Brand
Tel: +49-941-850-1693
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