Presseinfos
Rede Dr. Wolf-Dieter Bopst zur Bilanzpressekonferenz
Innovationen als Wachstumstreiber von Osram
Dr. Wolf-Dieter Bopst
Vorsitzender der Geschäftsführung der Osram GmbH
Bilanz-Pressekonferenz am 23. November 2004 in München
Es gilt das gesprochene Wort
Innovationen als Wachstumstreiber von Osram
Sehr geehrte Damen und Herren,
lassen Sie mich mit den wichtigsten Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres (01.10.2003 bis 30.09.2004) beginnen. Um unser Fazit kurz vorwegzunehmen: 2004 war das operativ erfolgreichste Geschäftsjahr von Osram in den letzten zwei Jahrzehnten und es ist uns gelungen, bei der Umsatzrendite in den zweistelligen Bereich vorzustoßen. Hauptwachstumstreiber waren dabei unsere Innovationen.
Umsatzzuwachs trotz negativer Währungseinflüsse
Trotz negativer Währungseinflüsse von 6 Prozent insbesondere aus dem Dollar konnten wir unseren Weltumsatz im Vergleich zum Vorjahr nominal um 2 Prozent auf nun 4,240 Milliarden Euro steigern. Das bedeutet nach zwei Jahren erstmals wieder ein nominales Wachstum. Kursbereinigt erreichten wir im Geschäftsjahr 2004 ein respektables Umsatzwachstum von 8 Prozent. Wir profitierten hierbei zum einen von der weltweit leichten Konjunkturerholung. Motor unseres Erfolgs waren jedoch unsere innovativen Produkte, die in erheblichem Maße zu unserem Mengenwachstum von 12 Prozent beitrugen. Angesichts dieser Volumensentwicklung gehen wir davon aus, dass wir unsere starke Position als einer der beiden führenden Lichthersteller der Welt gut behauptet haben.
Umsatzrendite von 10,5 Prozent: Neue Bestmarke beim Ergebnis
Beim Bereichsergebnis konnten wir uns um 9 Prozent deutlich auf 445 Millionen Euro steigern: Unsere Umsatzrendite hat sich somit auf hohem Niveau weiter von 9,8 Prozent im Vorjahr auf die neue Bestmarke von 10,5 Prozent im Geschäftsjahr 2004 verbessert. Dies gelang uns trotz eines verschärften Wettbewerbs und weiterhin hoher Entwicklungsvorleistungen und Anlaufkosten für neue Produkte insbesondere bei den organischen Leuchtdioden (OLED) und den Hochdrucklampen mit Keramikbrenner. Wie in der Vergangenheit war auch das letzte Geschäftsjahresergebnis durch Restrukturierungsaufwendungen in Deutschland und den USA belastet.
Entscheidend für die Ertragsstärke waren hohe Produktivitätsfortschritte, die weltweit über 8 Prozent erreichten und die auf gezielte Kostensenkungsprogramme und die Mengendegression zurückzuführen sind.
Auch unser ausgeprägtes Kostenbewusstsein in allen Bereichen und die zunehmende Fertigungspräsenz in Niedriglohnländern trugen ihren Teil bei. Positiv auf unser Bereichsergebnis wirkte sich auch unser Patentportfolio-Management aus. Dies betrifft zum einen Lizenzeinnahmen bei weißen LED sowie die beiden strategischen Kooperationen mit Samsung Corning und Coretronic. Beiden Unternehmen erteilten wir eine Lizenz für die Herstellung und den Vertrieb unserer quecksilberfreien Flachlampe Planon.
Durch konsequentes Asset Management konnte das durchschnittliche Geschäftsvermögen nochmals deutlich reduziert werden. Durch gleichzeitige Investitions-zurückhaltung erzielten wir einen über dem Bereichsergebnis liegenden Geldsaldo von 453 Millionen Euro, der die gute operative Performance unseres Unternehmens im abgelaufenen Geschäftsjahr zusätzlich belegt.
Mitarbeiterzahl auf über 36.000 gestiegen
Unsere weltweite Mitarbeiterzahl stieg von 35.563 im Vorjahr auf 36.644 am 30. September 2004. Der Grund hierfür war das starke Mengenwachstum und die Expansion vor allem unserer Fertigungen in China und Osteuropa.
Highlights 2004
Bevor ich auf die Entwicklung in den Regionen Asien/Pazifik, NAFTA sowie Europa genauer eingehe, lassen Sie mich die Highlights des vergangenen Geschäftsjahres voranstellen:
- Im Januar 2004 übernahmen wir den russischen Leuchtstofflampenhersteller Svet.
- Wir begannen im April 2004 mit der ersten Auftragsfertigung von organischen Leuchtdioden (OLED) in unserem Werk in Malaysia.
- Ein weiterer Erfolg war Ende August 2004 unsere Minderheitsbeteiligung am chinesischen Lampenhersteller Felco (vorbehaltlich der Genehmigung der chinesischen Behörden).
- Und last but not least: Wir konnten unsere Mitarbeiterzahl in Deutschland insgesamt nicht nur halten, sondern leicht erhöhen (von 8.851 auf 8.972).
Nun zu unseren regionalen Aktivitäten.
Asien/Pazifik: Dynamische Entwicklung
Wie in den vergangenen Jahren, war Asien/Pazifik für uns auch 2004 ein äußerst dynamischer Markt. Wir konnten unseren Umsatz um 10% auf 637 Millionen Euro erhöhen. Kursbereinigt zeigt sich sogar ein Wachstum von 16%. Dadurch hat sich der Anteil Asien/Pazifik am Weltgeschäft weiter auf 15% erhöht.
Erfreuliche Wachstumsraten erreichten wir in China, Taiwan und Korea. In Japan verzeichneten wir im Autolampengeschäft eine sehr gute Umsatzsteigerung. Herausragende Erfolge konnten wir außerdem bei asiatischen Geräteherstellern mit Lampen für die Videoprojektion und den dazugehörigen elektronischen Vorschaltgeräten erzielen.
Ein wesentlicher Pfeiler unserer globalen Strategie sind Investitionen in Wachstums-regionen. In China und Hongkong sind wir seit 1995 mit inzwischen drei Joint Ventures mit Mehrheitsbeteiligung vertreten. Vor diesem Hintergrund ist unsere Minderheitsbeteiligung an Felco ein weiterer Schritt zur Verstärkung unserer Präsenz im asiatischen Markt. Zusammen mit Prosperity Lamps & Components Co., Hong Kong (Prosperity), haben wir von der Stadt Foshan 13,47 Prozent der Aktien an der Foshan Electrical & Lighting Co., Ltd, (Felco) erworben. Die Investition tätigen wir vorbehaltlich der Genehmigung der chinesischen Behörden. Felco, seit November 1993 an der Shenzhen Stock Exchange notiert, ist nach unserer Einschätzung der größte lokale Lampenhersteller in China. Sein Umsatz belief sich im vergangenen Geschäftsjahr (zum 31.12.2003) auf 103 Millionen Euro.
Die Bedeutung der Region Asien/Pazifik spiegelt sich auch in unserer Personal-statistik wieder: Die Beschäftigtenzahl ist im Vergleich zum Vorjahr um über 1.000 auf über 11.000 gestiegen. Wir bauten vor allem unsere Produktion in China aus, wo wir inzwischen knapp 6.000 Mitarbeiter beschäftigen.
Im malaysischen Penang starteten wir, wie gesagt, im vergangenen Geschäftsjahr mit der ersten Auftragsfertigung von organischen Leuchtdioden (OLED). Für unsere neue Produktreihe Pictiva erhielten wir einen Auftrag über rund 1,5 Millionen Euro für ein Mobiltelefon-Subdisplay. Weitere OLED-Anwendungen sind kleine Displays in Organizern, Videokameras, Autoradios oder auch in medizinischen Geräten.
Der Vorteil dieser Displays mit selbstleuchtenden OLED: Sie bieten einen starken Kontrast und einen weiten Betrachtungswinkel. Ihre Form ist sehr flach und ermöglicht damit besonders kleine und dünne Bauformen bei den Geräten. Die Reaktionszeit ist sehr schnell, das bedeutet, dass die Informationen, Graphiken und beweglichen Bilder in Echtzeit dargestellt werden können.
Wir sind nach eigener Einschätzung der derzeit größte Hersteller von organischen Leuchtdioden auf Polymerbasis. Unser Umsatz mit OLED ist heute zwar, im Vergleich zu unserem übrigen Opto-Halbleitergeschäft, noch gering. Aber wir sind davon überzeugt, dass sich unsere Investitionen in diese spannende Technologie auszahlen - es handelt sich um einen bedeutenden Zukunftsmarkt. Wobei außer Frage steht, dass wir hier einen langen Atem brauchen.
NAFTA: Gute Erfolge in verbessertem Umfeld
In den NAFTA-Staaten USA, Kanada und Mexiko gelangen uns gute Erfolge in einem wirtschaftlich verbesserten Umfeld. Wir erreichten hier einen Umsatz von rund 1,7 Milliarden Euro, was 41 Prozent unseres Weltgeschäfts ausmacht. Kursbedingt lagen wir 3% unter dem Vorjahreswert. In Dollar gerechnet hatten wir einen Umsatzzuwachs von 7% und konnten damit unseren Marktanteil erhöhen.
Besonders erfolgreich waren wir in den USA bei Energiesparlampen, hochwertigen Glühlampen, Autolampen für den Aftermarket und Speziallampen der Sparte Display/Optic. Sehr gute Wachstumsraten bei Opto-Halbleitern verdanken wir insbesondere erfolgreichen Design-in-Aktivitäten für die Automobilindustrie.
LED setzen ihren Siegeszug in der Automobilbeleuchtung weiter fort. Osram ist bei Lichtquellen für Fahrzeuge, und zwar sowohl was konventionelle als auch halbleiterbasierte Produkte betrifft, Weltmarkführer. Wir liefern beispielsweise die Halbleiterlichtquellen für farbige Hinterleuchtung für den bis zu 300 PS starken Ford Mustang Concept Car, der auf der diesjährigen North American International Auto Show in Detroit seine Premiere feierte. Ein Knopfdruck genügt und der Fahrer kann je nach Stimmung eine von 127 Farbnuancen für die Instrumentenhinterleuchtung wählen. Die große Farbauswahl resultiert aus der gezielten Ansteuerung von roten, blauen und grünen LED. Sie lässt sich ganz einfach den individuellen Vorlieben und dem Farbempfinden des Fahrers anpassen. Durch eine intelligentere Wärme-ableitung kommen die Lichtspender ohne zusätzliche Kühlung aus und brauchen daher weniger Platz. Das verbesserte Gehäuse gestattet auch eine sehr enge und flache Anordnung der LED auf der Platine, so dass eine gleichmäßigere Lichtver- teilung in allen Farben erreicht wird. Außerdem reduzieren die zukunftsträchtigen Lichtquellen den Stromverbrauch und weisen keine Bleibestandteile mehr auf.
Europa: Umsatzzuwachs vor allem durch Opto-Halbleiter
In Europa erzielten wir mit 1,6 Milliarden Euro einen im Vergleich zum Vorjahr um 5% höheren Umsatz. Dies entspricht 38 Prozent unseres Weltgeschäfts. Die wichtigsten Wachstumsträger waren vor allem Opto-Halbleiter, aber auch Halogenglühlampen für Netzspannung, Halogenmetalldampflampen mit Keramikbrenner und elektronische Vorschaltgeräte. Sehr gute Umsätze erzielten wir auch bei Xenon-Scheinwerfer-lampen im Auto.
Im osteuropäischen Raum, wo wir mit Werken in der Slowakei, Tschechien und Russland vertreten sind, können wir mit 9 Prozent gute Steigerungsraten vorweisen. Für zukünftige Erfolge in Osteuropa sind nicht nur Produktneuheiten wichtig, sondern auch eine wettbewerbsfähige Kostenposition bei Standardprodukten. Vor diesem Hintergrund war die Übernahme des russischen Leuchstofflampen-Herstellers Svet in Smolensk ein entscheidender Schritt nach vorn. Wir sind heute der erste internationale Lichtkonzern mit einem Werk vor Ort. Die Gesellschaft haben wir zu Beginn des aktuellen Geschäftsjahres 2005 konsolidiert.
Dass wir bereits jetzt profitabel bei Svet arbeiten, ist erfreulich. Das kommt aber nicht von ungefähr. Denn zum einen haben wir ein bereits in Russland durchaus erfolgreiches Unternehmen akquiriert. Zum anderen ist unser Integrationsteam aus 12 deutschen und 12 russischen Kollegen die Zusammenarbeit sehr zielstrebig angegangen und setzt die Restrukturierungen schnell und konsequent um. Es gibt bei der Integrationsarbeit klare Prioritäten: An oberster Stelle stehen die Produkt-qualität, die Modernisierung der Fertigung und der Umweltschutz, insbesondere die Quecksilberreduzierung. In allen Aspekten sind wir schon ein gutes Stück vorangekommen und die Fertigung der T8-Leuchtstofflampen in Smolensk entspricht bereits jetzt in weiten Teilen dem Osram-Standard. Ab Frühjahr 2005 werden diese mit unserem Qualitätsgütesiegel, dem Osram-Stempel, produziert und unter der Marke Osram lokal vertrieben. In den anderen Produktfamilien werden wir den russischen Markt auch weiterhin mit der Marke Svet bedienen. Um beste Qualität bei Prozessen und Produkten zu erreichen, setzen wir auch auf Investitionen in die Mitarbeiter: Neben Management- und Sprachkursen in Zusammenarbeit mit der Hochschule vor Ort, planen wir den Aufbau einer Lehrwerkstatt nach dem Vorbild von Augsburg.
Schnelligkeit und das konsequente Umsetzen von Restrukturierungskonzepten gemeinsam mit dem Management vor Ort sind ein Erfolgsrezept, das sich bei uns ja schon 1993 bei der Übernahme der nordamerikanischen Aktivitäten der Sylvania bewährt hat. Wobei es sich damals natürlich um eine andere Dimension handelte - schließlich war Sylvania in Nordamerika fast so groß wie Osram damals. Grundsätzlich ist es unsere Maxime, Übernahmen wohlüberlegt zu tätigen, sie dann aber zügig umzusetzen.
Bei aller Expansion in den Wachstumsregionen haben das Inlandsgeschäft und die deutsche Fertigung weiter einen hohen Stellenwert für uns.
Deutschland: Umsatzzuwachs durch Opto-Halbleitergeschäft
Deutschland ist der größte europäische Lichtmarkt. Wir erreichten hier einen Umsatz von 522 Millionen Euro. Das sind 12 Prozent unseres Weltgeschäfts. Dämpfend wirkten sich weiterhin die allgemeine Wirtschaftslage und der harte Preiswettbewerb vor allem durch asiatische Anbieter aus. Der Trend hin zu neuen und hochwertigen Lichtquellen hielt an. Der Umsatzzuwachs von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr resultierte ausschließlich aus dem Opto-Halbleitergeschäft. Hier hatten wir eine zweistellige Steigerungsrate. Eine große Nachfrage gab es bei LED für industrielle Anwendungen wie Displaylösungen und für die Innen- und Außenbeleuchtung von Autos.
Sachanlageinvestitionen: Innovationen haben Vorfahrt
121 Millionen Euro - und damit über die Hälfte der weltweiten Sachanlage-investitionen von 226 Millionen Euro - entfielen im vergangenen Geschäftsjahr auf Deutschland. Schwerpunkt war die Standort- und Kapazitätsausweitung unseres 2003 eröffneten Werks in Regensburg, der modernsten Opto-Chipfabrik der Welt. Der zweite Bauabschnitt wird noch in diesem Kalenderjahr weitgehend abgeschlossen sein. Dann verfügen wir über insgesamt knapp 30.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, davon rund 5.500 Quadratmeter Reinraum. Größere Investitionen tätigten wir in Deutschland zudem in unsere Fertigung für Autolampen in Herbrechtingen sowie in Berlin in eine neue, besonders flexible Produktionslinie für Entladungslampen für die Videoprojektion und Rückprojektionsfernseher.
Über 8.900 Mitarbeiter
Wir beschäftigen in Deutschland zum Stichtag 30. September 2004 wie bereits erwähnt 8.972 Mitarbeiter. Das sind 121 Mitarbeiter mehr als im Vorjahr.
Ich werde oft gefragt, wie es uns gelang, in den letzten 10 Jahren unsere Mitarbeiterzahl in Deutschland trotz eines gesättigten Marktes und eines immer schärferen Wettbewerbs auf dem Weltmarkt sogar zu steigern. 1994 waren es über 7.800 Mitarbeiter, inzwischen sind es über 8.900, wobei natürlich der Einstieg in das Optohalbleitergeschäft dabei eine wichtige Rolle gespielt hat.
Ein extrem wachsames Auge auf die Herstellkosten und die Innovationsführerschaft waren und sind entscheidend für die Standortsicherung in Deutschland. Hilfreich waren auch gemeinsam mit dem jeweiligen Betriebsrat vor Ort erarbeitete individuelle, standortspezifische Lösungen. Lassen Sie mich auf das Kosten-management und die Innovationsführerschaft kurz genauer eingehen.
Kostenmanagement: Jeder Cent zählt
In unserem Geschäft zählt schon immer jeder Cent, was auch ein Blick in unsere Historie erklärt. Lange Zeit produzierten wir vorrangig Pfennigprodukte wie die gute alte Glühlampe. Inzwischen sind wir ein Hightech-Unternehmen der Lichtbranche - das Kostenbewusstsein ist jedoch weiter fest in unserer Kultur verwurzelt. Wir benchmarken regelmäßig unsere Herstellkosten, um im harten Wettbewerb insbesondere mit der asiatischen Konkurrenz bestehen zu können. Auch im vergangenen Geschäftsjahr optimierten wir an vielen Stellen unsere Fertigungsabläufe und erzielten gute Produktivitätsfortschritte. Nicht unerwähnt bleiben sollen die weltweit über 90 Cost Cut Programme und an die 50 Design to Cost and Customer Needs Projekte.
Um auf globaler Ebene auch bei lohnkostenintensiven Produkten konkurrenzfähig zu sein, haben wir parallel zu den Anstrengungen in Deutschland den Ausbau von Standorten in Niedriglohnländern vorangetrieben. Im Berichtszeitraum schlossen wir, wie bereits lange angekündigt, die Verlagerung der Feindrahtproduktion aus Schwabmünchen und der Wendelproduktion aus Berlin-Wedding ins tschechische Bruntál ab.
In diesem Jahr ist die Geschäftsführung von Osram zudem proaktiv mit dem Wirtschaftsausschuss in eine Diskussion eingetreten, um generell über die Standortsicherung in Deutschland zu sprechen - rechtzeitig, bevor konkrete Verlagerungen nötig wären. Wir stehen am Anfang dieser Grundsatzdiskussion mit dem erklärten Ziel, auch in den kommenden Jahren erfolgreich in Deutschland tätig zu sein. Fakt ist aber auch, dass wir bei jeder Neuinvestition prüfen müssen, an welchem unserer weltweiten Standorte wir diese auch unter Berücksichtigung der Kostensituation am günstigsten tätigen können.
Innovative Produkte als Standortsicherung
Um Deutschland als Fertigungsstandort zu erhalten, brauchen wir neben wettbewerbsfähigen Herstellkosten auch immer neue, intelligente Produkte. Lassen Sie mich das für jeden unserer deutschen Standort an einigen Beispielen kurz erläutern.
- Augsburg: Lumilux Skywhite
Augsburg ist unser weltweites Kompetenzzentrum für Leuchtstofflampen und Kompakt-Leuchtstofflampen. Hier fertigen wir auch unsere T8-Leuchtstoff-lampe Lumilux Skywhite. Sie hat die neue tageslichtähnliche Lichtfarbe 880 und ermöglicht kontrastreiches und ermüdungsarmes Sehen.
- Berlin: VIP
In Berlin produzieren wir unter anderem Entladungslampen für die Videoprojektion und Rückprojektionsfernseher. Unsere VIP-Lampe zeichnet sich durch einen extrem kurzen Lichtbogen und eine lange Lebensdauer aus. Berlin ist unser Kompetenzzentrum für Hochdruckentladungslampen. Dazu gehören auch Xenon-Scheinwerferlampen und die ebenfalls sehr erfolgreichen Halogen-Metalldampflampen mit Keramikbrenner für die Allgemeinbeleuchtung.
- Eichstätt: Ministar
Die Entwicklung der Halogenlampe Ministar, die wir in Eichstätt fertigen und die auf der Messe Light + Building im April als Weltneuheit vorgestellt wurde, spiegelt den Trend zur Miniaturisierung wieder. Das besondere dabei: Der Reflektor ist bereits in die Lampe integriert.
- Herbrechtingen: Truckstar
Bis zu 100 Prozent mehr Licht und eine nahezu doppelte Lebensdauer sind die Hauptvorteile unserer Truckstar H7 Scheinwerferlampe für Lkw und Busse, die wir in Herbrechtingen fertigen. Neben dieser 24 Volt Lampe erzielen wir auch mit unseren H7 12 Volt Lampen für Autos wie beispielsweise der Silverstar, die bis zu 50 Prozent mehr Licht liefert, sehr gute Erfolge.
- Wipperfürth: Xeradex
Die Xeradex, die wir bei unserer Tochtergesellschaft Radium in Wipperfürth herstellen, ist eine quecksilberfreie Xenon Lampe, die UVC Licht abgibt. Sie kommt bei industriellen Reinigungsprozessen, zum Beispiel bei der Chipfertigung zum Einsatz.
- Regensburg: Hochleistungs-LED Ostar
In Regensburg stellen wir Chips für LED her. Die Kunst bei der LED besteht darin, das im Halbleiterkristall erzeugte Licht nach Außen zu bringen. Mit der Dünnfilmtechnologie haben wir in punkto Lichtausbeute neue Standards gesetzt. Das jüngste Produkt mit dieser Technologie, die Hochleistungs-LED Ostar, haben wir vor 14 Tagen auf der Electronica vorgestellt. Diese kleine RGB-Lichtquelle strahlt jetzt nahezu das gesamte intern erzeugte Licht ab. Mit 120 Lumen leuchtet sie etwa vier Mal so hell wie unser bisher lichtstärkstes LED Produkt, die Golden Dragon. Ihre enorme Helligkeit und die geringe Einbautiefe machen die Ostar interessant zum Beispiel für den Einsatz in Mini-Projektoren, mit denen nur zigarettenschachtelgroße Beamer ausgestattet werden können. Weitere Einsatzmöglichkeiten erwarten wir in den Bereichen Medizintechnik und im Automobil. Besonders Head-up-Displays und Fahrscheinwerfer können von der lichtstarken LED profitieren.
- Schwabmünchen: Leuchtstoff für LED
Aus Schwabmünchen kommt der Leuchtstoff für unsere LED Produktion. Das unter Reinraum-Bedingungen hergestellte Material ermöglicht Leuchtdioden in verschiedensten Farbnuancen. Unser Standort Schwabmünchen zeigt, dass auch in der Vorerzeugnisfertigung Hightech angesagt ist.
- Traunreut: Quicktronic Intelligent (QTi)
Unsere intelligenten elektronischen Vorschaltgeräte Quicktronic Intelligent (QTi) aus Traunreut machen Bauherren und Lichtplanern das Leben leichter. Sie ermöglichen, dass gleich lange T5-Leuchtstofflampen mit unterschied-lichen Wattagen in einem einzigen Leuchtengrundtyp betrieben werden können - und zwar mit demselben EVG. Das EVG mit integriertem Mikroprozessor erkennt die Lampe automatisch und betreibt sie mit den richtigen elektrischen Parametern.
211 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung
Innovationen sind, wie Sie meinen bisherigen Erläuterungen entnehmen konnten, der Motor unseres Erfolges. Daher investierten wir wie im Vorjahr 5 Prozent unseres Umsatzes in die Forschung und Entwicklung. Dies waren im vergangenen Geschäftsjahr 211 Millionen Euro. Ziel unserer Forschungsarbeit ist es, Leuchtmittel noch energieeffizienter und umweltfreundlicher zu gestalten und gleichzeitig den hohen Ansprüchen der Leuchtendesigner und Gerätehersteller gerecht zu werden.
Ein Schwerpunkt unserer FuE-Investitionen lag bei unserer Tochtergesellschaft Osram Opto Semiconductors hier betrug der FuE-Anteil am Umsatz 12 Prozent.
Schnelligkeit als Wettbewerbsvorteil
Immer bedeutender wird auch in unserem Geschäft der Faktor Zeit. Dies trifft vor allem auf Design-In-Projekte zu, bei denen wir Kundenwünsche besonders zeitnah in unsere Entwicklungsarbeit einfließen lassen müssen. Hier arbeiten wir zum Beispiel mit asiatischen Herstellern von Videoprojektoren zusammen, die sieben Tage die Woche rund um die Uhr aktiv sind - und auch von uns extrem schnelle Lösungen für ihre Wünsche und Probleme erwarten. Dies ist ohne Frage eine große Herausforderung, bei der wir uns natürlich mit deutschen Arbeitszeiten manchmal schwer tun.
Vor diesem Hintergrund sind wir stolz darauf, von Texas Instruments mit dem "Supplier Excellence Award 2003" ausgezeichnet worden zu sein. Von über 25.000 Lieferanten erhielten wir als eine von weltweit nur 27 Firmen den begehrten Preis. Unsere Leistungen wurden nach Technologie, Qualität und Umweltbewusstsein, nach Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und vor allem nach Reaktionsgeschwindigkeit bewertet und als hervorragend beurteilt.
Das extrem dynamische Umfeld war der Grund für unsere kleine aber feine Sparte Foto-Optik, sich mit Beginn des aktuellen Geschäftsjahres neu aufzustellen und den Spartennamen in Display/Optic zu ändern. Wir sind hier jetzt nicht mehr nach Technologien, sondern Anwendungsgebieten organisiert und somit näher am Kunden. Die vier Business Units für die Applikationen Display Systems, Entertainment, Cinema und Semiconductor & Medical haben weltweite Geschäftsverantwortung. Der neue Name "Display/Optic" spiegelt unser aktuelles und zukünftiges Produktportfolio besser wider. Vielleicht erinnern sich ja einige von Ihnen an die Zeiten, als es für den Hobbyfotografen noch Blitzwürfel von Osram gab. Das ist lange her.
Osram, ein Hightech-Unternehmen der Lichtbranche
Heute ist Osram ein Hightech-Unternehmen der Lichtbrache über alle Sparten hinweg. Wir wissen, dass wir unsere Spitzenposition im Weltmarkt nur durch konsequente Innovationsstrategien sichern und ausbauen können. Rund 40 Prozent unseres Geschäfts machen wir mit innovativen Produkten, über ein Drittel unseres Umsatzes entfällt auf elektronische Vorschaltgeräte, elektronisch betriebene Lampen sowie opto-elektronische Halbleiter. Die gute alte klassische Glühlampe machte im abgelaufenen Geschäftsjahr nur circa 4 Prozent des Umsatzes aus.
Ausblick
Abschließend noch ein kurzer Ausblick. Vor dem Hintergrund unsicherer Konjunkturprognosen für das kommende Jahr sind konkrete Voraussagen für das Geschäftsjahr 2005 nicht angebracht. Fest steht jedoch, dass wir auch in Zukunft weiterhin auf unsere langfristige Strategie setzen,
- das Geschäft konsequent zu globalisieren,
- Innovationen energisch voranzutreiben sowie in neue Wachstumsgebiete einzusteigen und
- ständig nach Kostenführerschaft zu streben.
Daneben ist es für uns von großer Bedeutung wie bisher kurzfristig und flexibel auf Marktveränderungen reagieren zu können.
Wir sind daher grundsätzlich zuversichtlich, den Umsatz auch im aktuellen Geschäftsjahr 2005 kursbereinigt wieder zu steigern und unsere Ertragslage und Spitzenposition im Weltmarkt weiter zu festigen.
Diese Rede enthält zukunftsgerichtete Aussagen und Informationen - also Aussagen über Vorgänge, die in der Zukunft, nicht in der Vergangenheit, liegen. Diese zukunftsgerichteten Aussagen sind - sei es mündlich oder schriftlich - erkennbar durch Formulierungen wie "erwarten", "antizipieren", "beabsichtigen", "planen", "glauben", "anstreben", "einschätzen", "werden" oder ähnliche Begriffe. Solche vorausschauenden Aussagen beruhen auf unseren heutigen Erwartungen und bestimmten Annahmen. Sie bergen daher eine Reihe von Risiken und Ungewissheiten. Eine Vielzahl von Faktoren, von denen zahlreiche außerhalb des Einflussbereichs von Osram liegen, beeinflussen die Geschäftsaktivitäten, den Erfolg, die Geschäftsstrategie und die Ergebnisse von Osram. Diese Faktoren könnten dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, Erfolge und Leistungen von Osram weltweit wesentlich abweichen von den in zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit enthaltenen Angaben zu Ergebnissen, Erfolgen oder Leistungen. Für uns ergeben sich solche Ungewissheiten insbesondere, neben anderen, aufgrund folgender Faktoren: Änderungen der allgemeinen wirtschaftlichen und geschäftlichen Lage, Änderungen von Wechselkursraten und Zinssätzen, Einführung konkurrierender Produkte oder Technologien durch andere Unternehmen, fehlende Akzeptanz neuer Produkte und Dienstleistungen seitens der Kundenzielgruppen von Osram weltweit, Änderungen in der Geschäftsstrategie und verschiedene andere Faktoren. Detailliertere Informationen über bestimmte dieser Faktoren sind in den Berichten von Siemens enthalten, die Siemens bei der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC eingereicht hat und die auf der Siemens Website unter www.siemens.com und auf der Website der SEC unter www.sec.gov abrufbar sind. Sollte sich eines oder mehrere dieser Risiken oder Ungewissheiten realisieren oder sollte sich erweisen, dass die zugrunde liegenden Annahmen nicht korrekt waren, können die tatsächlichen Ergebnisse sowohl positiv als auch negativ wesentlich von denjenigen Ergebnissen abweichen, die in der zukunftsgerichteten Aussage als antizipierte, geglaubte, geschätzte, erwartete, beabsichtigte, geplante oder projizierte Ergebnisse genannt worden sind. Osram übernimmt keine Verpflichtung und beabsichtigt auch nicht, diese zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren oder bei einer anderen als der erwarteten Entwicklung zu korrigieren.



