Presseinfos
Rede Martin Goetzeler zur Bilanzpressekonferenz
Bilanz-Pressekonferenz am 24. November 2005
Rede Martin Goetzeler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Osram GmbH
Es gilt das gesprochene Wort
Im nächsten Jahr feiert die Marke Osram ihren 100. Geburtstag. Sie wurde am 17. April 1906 beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin eingetragen. Die Glühlampe in unserer Bildmarke ist heute nicht nur ein universelles Symbol für Licht, sondern auch für gute Ideen - und steht für unsere Leidenschaft für intelligentes Licht. Sie stammt übrigens aus dem Jahr 1919, dem Gründungsjahr des Unternehmens Osram. Sie wurde mehrmals leicht modernisiert und 2001 sogar umgedreht. Die gute alte Glühbirnenform gibt es heute übrigens auch für Energiesparlampen und brillantes Halogenlicht.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, zu unserer Bilanz-Pressekonferenz 2005 möchte ich Sie ganz herzlich willkommen heißen!
Für diejenigen von Ihnen, die mich noch nicht kennen, möchte ich mich kurz vorstellen. Nach 16 Jahren in verschiedenen Funktionen und Bereichen im Siemens-Konzern, führte mich mein Weg zu Osram. Ich kannte Osram schon aus meiner Tätigkeit in der Siemens-Finanzabteilung. Mich hatte immer sehr beeindruckt, wie Herr Dr. Bopst das Unternehmen führte. Da nahm ich 1999 gerne sein Angebot an, zu Osram zu wechseln. Ich war dreieinhalb Jahre in Italien und Großbritannien tätig, weitere drei Jahre in den USA, und zwar als CFO unserer Tochtergesellschaft Osram Sylvania. Im Mai kam ich dann wieder in meine alte Heimatstadt München zurück.
In den letzten sechs Monaten war ich in Deutschland und auf fast allen Kontinenten unterwegs, um Mitarbeiter und Kunden zu treffen. Jetzt kenne ich auch schon fast alle unserer 49 Fabriken weltweit. Dabei war es für mich immer wieder spannend zu sehen, welche Faszination in unserer Forschung und Entwicklung steckt, aber auch in der Produktion von Hightech-Lampen, Elektronischen Vorschaltgeräten und Optohalbleitern. Und ich bin stolz darauf, mit welchem Engagement unsere über 38.000 Beschäftigten an neuen Lichtlösungen für unsere Kunden arbeiten. Mit dem Ziel, besseres Licht für mehr Lebensqualität zu schaffen.
Schauen wir nun zuerst einmal auf die Fakten die Geschäftszahlen 2005. Um unser Fazit kurz vorwegzunehmen: Es war ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Wir haben Umsatz und Ergebnis weiter gesteigert, wichtige Restrukturierungen umgesetzt und Investitionen in Zukunftsprodukte getätigt.
Trotz negativer Währungseinflüsse von 2% - insbesondere aus dem Dollar - haben wir unseren Weltumsatz im Vergleich zum Vorjahr nominal um gut 1% auf nun 4,3 Mrd. EUR leicht gesteigert. Kursbereinigt war dies ein Wachstum von 3%. Das Mengenwachstum betrug 5%. Gute Mengensteigerungen erzielten wir in der Automobilbeleuchtung - zum Beispiel in den USA im Aftermarket - bei Elektronischen Vorschaltgeräten, Vorerzeugnissen sowie insbesondere bei Hochleistungs-LED.
Auch bei LED Modulen konnten wir mengenmäßig gut wachsen. Ein LED Modul ist ein Bauteil aus mehreren Einzel-LED, das zum Beispiel für farbige Lichteffekte in der Architekturbeleuchtung eingesetzt wird.
Nach der Umsatz- und Mengenentwicklung nun zur Ergebnissituation: Unser Bereichsergebnis stieg von 445 im Vorjahr auf 465 Mio. EUR. Somit liegt unsere Umsatzrendite bei nun 10,8%. Im Vorjahr waren es 10,5%. Diese Verbesserung gelang uns
- trotz eines verschärften Wettbewerbs und
- erheblich gestiegener Energie- und Metallkosten,
- trotz kontinuierlicher Restrukturierungen
- und auch trotz weiterhin hoher Entwicklungsvorleistungen und Anlaufkosten für neue Produkte insbesondere im Bereich Opto Semiconductors.
Die gute Ergebnissituation verdanken wir neben unserer Stärke bei innovativen Produkten insbesondere unserem strikten Kostenmanagement. An diesem halten wir konsequent fest. Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Prozesse und Produktivität weltweit zu verbessern. Allein im abgelaufenen Geschäftsjahr arbeiteten wir an rund 100 Design-to- Cost&Customer-Needs- und fast 90 Cost-Cut-Programmen.
Die Effizienz unseres Vermögenseinsatzes konnten wir trotz hoher Investitionsausgaben nochmals spürbar verbessern. Dies ist insbesondere auf die Finanzmittelfreisetzung im Umlaufvermögen zurückzuführen. Insgesamt lag der Geldsaldo bei 464 Mio. Euro - auf Höhe des Bereichsergebnisses. Dies belegt die gute Performance unseres Unternehmens im abgelaufenen Geschäftsjahr zusätzlich.
Die Zahl der Mitarbeiter ist im Berichtszeitraum weltweit um über 1.700 gestiegen. Grund hierfür ist insbesondere die Neukonsolidierung der russischen Tochtergesellschaft SVET. In Deutschland ist die Mitarbeiterzahl um rund 200 (d.h. um 2%) zurückgegangen; hierbei handelt es sich im wesentlichen um Mitarbeiter in Berlin, deren befristete Verträge aufgrund einer Marktschwäche bei Videoprojektions-lampen nicht verlängert werden konnten. Im tschechischen Bruntál wurden vor allem wegen Verlagerungen von Vorerzeugnisfertigungen aus den USA über 300 Mitarbeiter aufgebaut. In Europa blieb die Mitarbeiterzahl unter dem Strich fast konstant. In Amerika gab es einen Rückgang um 2% und in Asien sind es 2% mehr.
Nun kurz zu unserer Geschäftsentwicklung in den Regionen.
Amerika bleibt mit 1,9 Mrd. EUR unser größter Umsatzträger - mit 44% des Gesamtgeschäfts. In den NAFTA-Staaten USA, Kanada und Mexiko wuchsen wir um 1% auf nun 1,7 Mrd. EUR. Auch hier werden umweltschonende Lichtquellen immer wichtiger, und wir sind sehr erfolgreich mit unseren energiesparenden Lampen und Systemen. Zum dritten Mal in Folge wurde Osram Sylvania von der Energiebehörde als "ENERGY STAR Partner of the Year" ausgezeichnet.
Eine positive Entwicklung verzeichneten wir auch in Südamerika - vor allem in Brasilien und Argentinien.
In Asien/Pazifik haben wir unseren Umsatz um 3% auf 686 Mio. EUR gesteigert und den Anteil am Weltgeschäft auf 16% erhöht. Zweistellige Zuwächse erreichten wir dabei in China, Indien und Indonesien. Negativ wirkte sich in Asien/Pazifik jedoch die erwähnte Marktschwäche bei Videoprojektionslampen aus. Das Jahr 2004 war noch von einem Boom bei diesen Produkten geprägt. Seit Beginn dieses Kalenderjahres mussten wir jedoch starke Auftragsrückgänge verzeichnen. Das gilt auch für unsere wichtigsten Wettbewerber.
Der Anteil von Europa am Weltgeschäft liegt bei 37%. Der Umsatz blieb mit einem Minus von 0,3% nahezu konstant. Unser Europageschäft war geprägt von einer schwierigen konjunkturellen Lage in Westeuropa, insbesondere Deutschland. Im Inland erreichten wir einen Umsatz von 495 Mio. EUR, was einem Rückgang von 5% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Anteil von Deutschland am Weltgeschäft bleibt bei 12%.
Drei Beispiele für erfolgreiche Projekte in Deutschland möchte ich hier erwähnen:
- Im VW Passat und Golf Plus konnten wir eine komplett mit LED realisierte Rücklichtkombination für den Masseneinsatz auf die Straße bringen. Bisher nahmen Leuchtdioden diese Funktionen vor allem im Luxussegment wahr.
- In Berlin setzen Effektlichtlampen von Osram das imposante Dach des Sony Centers in Szene.
- Und Dank unserer Leuchtstofflampen und Elektronischen Vorschaltgeräte - eingebaut in Siteco-Leuchten - strahlt die Allianz-Arena in München weltmeisterlich in weiß, blau oder rot.
Die negative Entwicklung in Westeuropa konnten wir durch zweistellige Steigerungsraten in Osteuropa nahezu ausgleichen. Dort spürten wir eine gute Nachfrage, insbesondere nach unseren innovativen Produkten.
Weltweite Umsatz- wie Ergebnistreiber waren und bleiben unsere innovativen Produkte. Sie machen rund 40 Prozent unseres Geschäfts aus. Mit gezielten Investitionen in Innovationen legen wir heute den Grundstein für den Erfolg von morgen. Vor diesem Hintergrund haben wir im vergangenen Geschäftsjahr unsere Investitionen in Sachanlagen sowie Aufwendungen für Forschung und Entwicklung erhöht.
27% höher als im Vorjahr sind unsere Sachanlageinvestitionen: Sie liegen bei 286 Mio. EUR. Bei aller Expansion in Wachstumsmärkten wie China und Japan hat auch die deutsche Fertigung weiter einen sehr hohen Stellenwert für uns als Standort für unsere innovativen Produkte. Auf Deutschland entfielen im vergangenen Geschäftsjahr 160 Mio. EUR und damit 56% aller Sachanlageinvestitionen. In den vergangenen 5 Jahren investierten wir übrigens fast 700 Mio. EUR in Sachanlagen unserer deutschen Standorte.
Im Berichtszeitraum gab es besonders hohe Investitionen in Herbrechtingen, in unsere Fertigung für innovative Autolampen sowie in Berlin. Hier erweiterten wir die Kapazität bei Keramiklampen, Xenon-Scheinwerferlampen und auch bei Videoprojektionslampen, um für neue Wachstumszeiten in diesem Markt gerüstet zu sein. Ein weiterer Schwerpunkt der Investitionen im Inland war die Standort- und Kapazitätsausweitung unserer Opto-Chipfabrik in Regensburg. Den zweiten Bauabschnitt konnten wir im Februar dieses Jahres weitgehend abschließen.
Auch die Zukunfts-Aufwendungen für Forschung und Entwicklung haben wir erhöht, um 6% auf nun 224 Mio. EUR. Für Osram gesamt lag der FuE-Anteil am Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr bei 5,2% vom Umsatz, bei Optohalbleitern bei rund 13%. Ein Schwerpunkt liegt darin, die Helligkeit von LED weiter zu verbessern und gleichzeitig die Herstellkosten zu reduzieren. Schon heute gibt es bezüglich der Helligkeit sehr gute Fortschritte. Hierzu zwei Beispiele: Für den Einsatz in zigarettenschachtelkleinen Beamern sowie Projektoren für Digitalkameras oder auch Personalcomputer eignet sich unsere Hochleistungs-LED Ostar Projection. Die exakte Positionierung der Chips und die kompakte Anordnung aller Bauteile garantieren eine äußerst homogene Lichtverteilung auf dem vergrößerten Bild; auch benötigt ein mit dieser Hochleistungs-LED ausgerüsteter Beamer keine Aufwärmphase, kommt ohne Lüfter aus und läuft daher ausgesprochen leise.
Denkt man an den Einsatz von LED in der Automobilindustrie, so drängt sich schnell die Frage auf: Wann erobern sie, nach den Displays, Brems- und Rückleuchten, auch die Frontscheinwerfer? Nach unserer Schätzung werden bereits vor dem Jahr 2010 erste zugelassene Modelle mit LED Scheinwerfern auf den Straßen unterwegs sein. Aber schon heute gibt es Konzeptstudien mit unserer Hochleistungs-LED Ostar, wie den Maserati Birdcage 75th, der auf dem letzten Genfer Automobilsalon vorgestellt wurde. Schon seit vielen Jahren setzt die Automobilindustrie auf Licht als wesentlichen Bestandteil des Fahrzeugdesigns. Und LED eröffnen hier völlig neue Möglichkeiten auch beim Scheinwerfer.
Bei den Optohalbleitern bilden die organischen Leuchtdioden (OLED) weiter einen Schwerpunkt unserer FuE Tätigkeit. Hier konnten wir neue Displays in zusätzlichen Farben entwickeln. Diese Formate und Farben sind zugeschnitten für Anwendungen in mobilen Endgeräten wie MP3-Playern. Außerdem intensivieren wir unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf dem Gebiet der Beleuchtung mit OLED.
Nicht nur bei Optohalbleitern, auch bei klassischen Lichtquellen konnten wir im vergangenen Geschäftsjahr Produktinnovationen vorstellen. Neben den quecksilberfreien Xenon-Scheinwerferlampen zeichnet sich auch die neue Alupar für die Bühnenbeleuchtung durch besondere Umweltverträglichkeit aus. Sie ist nicht nur 10% heller und über 60% leichter als marktübliche Halogenlampen, sondern auch modular aufgebaut, was ein Vorteil beim Recycling ist.
Auch das UV-Lichtsystem Puritec ist eine spannende Neuentwicklung von Osram. Es entkeimt Trinkwasser wirtschaftlich und ganz ohne Chemie. Das Gerät sendet Ultraviolettstrahlen in einer Wellenlänge aus, die Bakterien und Viren abtötet. Camping-Urlauber und Fernreisende können damit innerhalb kürzester Zeit auf sichere Art zu keimfreiem Trinkwasser kommen. Auch Wasserspeicher wie beispielsweise Zisternen, die in vielen regenarmen Regionen verwendet werden, lassen sich damit problemlos entkeimen.
Das Beispiel der Puritec zeigt, dass Lichtquellen heute längst nicht mehr nur für die Beleuchtung und Hinterleuchtung, sondern auch in völlig anderen Bereichen zum Einsatz kommen. So ist Osram zum Beispiel auch dabei, wenn es um die Luftentkeimung geht, um die Tieraufzucht und die Reinigung von Halbleiter-Wafern. Oder, die Einparkhilfe im Auto. Es gibt eigentlich keinen Lebensbereich, in dem Osram nicht vertreten ist.
Wenn wir hier gerade schon von Innovationen sprechen, möchte ich kurz auf die Ministar eingehen. Sie ist übrigens "Made im bayerischen Eichstätt". Auf dieses Produkt, vorgestellt auf der letzten Light+Building Messe, sind wir sehr stolz.
Zum einen auf die Leistung unserer Forscher, denen es gelang, den Reflektor in die Lampe zu integrieren. Zum anderen auf drei Auszeichnungen: Wir erhielten einen Preis auf der wichtigsten polnischen Lichtmesse und einen Innovation Award auf der Lightfair International 2005, der größten amerikanischen Lichtschau. Besonders freut uns, dass dort auch unser Kunde B-K Lighting für eine Leuchteninnovation mit unserer Ministar ausgezeichnet wurde.
Damit wir auch in Zukunft Trends setzen, hat unser Corporate Innovation Management im letzten Jahr strukturierte Prozesse entwickelt, um frühzeitig sparten- und funktionsübergreifend Ideen zu bewerten. Ziel ist es, diese schnell in neue Produkte und Geschäfte umzuwandeln. Dabei kann es sich sowohl um Innovationen bei Produkten, Anwendungen oder Prozesse handeln. Wir wollen dabei vor allem auch konsequent über den Tellerrand des Lichtgeschäfts hinaus schauen. Denn hier schlummern die echten, bahnbrechenden Trends. Ein klassisches Beispiel dafür sind die Leuchtdioden: Diese Innovation kam ja auch nicht aus dem traditionellen Lichtgeschäft, sondern aus der Halbleiterindustrie!
Nun kurz zu unseren Erwartungen für 2006: Auch im laufenden Geschäftsjahr wollen wir bei Innovationen punkten und ein gutes Mengenwachstum erreichen. Wir rechnen mit einem weiterhin hohen Ertragsniveau.
Die Grundlage für unsere künftige Entwicklung bildet unsere Erfolgspyramide. Auch unter meiner Führung bleiben Innovation, Globalisierung und Kostenführerschaft die wichtigen Eckpfeiler unserer langfristigen Strategie. Erfolgstreiber sind daneben
- höchste Qualität,
- exzellente Mitarbeiter
- und der Kundenfokus.
Wir haben im Mai einen Aspekt ergänzt, der mir besonders am Herzen liegt: Die Verantwortung unseres Unternehmens gegenüber Umwelt und Gesellschaft. Neben sozialverantwortlichem Handeln liegt unser Schwerpunkt auf der Nachhaltigkeit. Das bedeutet, dass die konsequente Entwicklung umweltfreundlicher Produkte und der verantwortungsbewusste Umgang mit Ressourcen bei uns eine noch höhere strategische Bedeutung bekommen. Umweltfreundliche Innovationen wie die quecksilberfreie Scheinwerferlampe Xenarc habe ich vorhin bereits erwähnt. Wir setzen zudem unsere hohen Umwelt- und Sicherheitsstandards weltweit konsequent um.
Unsere Erfolgstreiber funktionierten all die Jahre auch deshalb, weil wir uns im Rahmen der langfristigen Strategie immer wieder schnell dem Marktumfeld angepasst haben. In den Geschäftsjahren 2006 und 2007 fokussieren wir uns auf die Wachstumsmärkte in Asien und Osteuropa sowie auf unsere LED Systeme.
Zuerst zu Asien. Osram ist bereits seit vielen Jahrzehnten in Asien präsent, inzwischen mit Gesellschaften und Vertriebsstützpunkten in 11 Ländern und 9 Fabriken. Unseren Umsatzanteil für Asien/Pazifik konnten wir seit dem Jahr 2000 von 9% auf inzwischen 16% steigern.
Asien wird nach unseren Schätzungen 2015 mehr als 50% des Weltlichtmarktes ausmachen. Bereits heute sind viele wichtige Leuchtenhersteller, also unsere Kunden, in Asien mit Fertigungen präsent. Wir wollen daher in den kommenden Jahren mit einer neuen, überregionalen Asien-Organisation noch näher am Kunden und noch präsenter vor Ort sein. Dafür fällt der Startschuss Anfang 2006.
Unsere Sparte Ballasts & Luminaires wird künftig neben regionalen Zentren in Europa und NAFTA auch eines in Asien einrichten, wo dann auch die Leitung der Sparte sitzen wird. Auch unsere Business Unit Display Systems wird in Zukunft von Asien aus geführt. Wir wollen durch die Präsenz unseres Managements vor Ort, noch schneller auf die extrem kurzen Projektzyklen unserer Kunden, der erfolgreichen Displayhersteller reagieren. Und die sind fast ausschließlich in Asien beheimatet.
Neben Asien sind Osteuropa und Russland wichtige Wachstumsmärkte. Wir sind weiter der einzige globale Lichtkonzern, der eine eigene Fertigung in Russland hat. Die Gesellschaft SVET haben wir zu Beginn des letzten Geschäftsjahres konsolidiert. An oberster Stelle stehen für uns bei der SVET die Produktqualität, die Modernisierung der Fertigung und der Umweltaspekt.
Den Umsatz konnten wir in Osteuropa in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppeln. 2006 sind wir mit neuen Vertriebsstützpunkten in Kasachstan sowie in den drei baltischen Staaten vertreten.
Oft werde ich gefragt, welche Folgen die verstärkte Präsenz in Asien und Osteuropa für die europäischen und insbesondere deutschen Standorte hat. Dies lässt sich am besten mit Fakten beantworten: Die Exporte unserer deutschen Werke in beide Regionen sind heute um 80% höher als vor 5 Jahren. Ein durchaus wichtiger Beitrag angesichts der schwachen Konjunktur in Westeuropa.
Von den Wachstumsmärkten Asien und Osteuropa nun zu einem wichtigen Zukunftsmarkt für uns aus technischer Sicht, den LED Systemen. LED Systeme bestehen aus mehreren Komponenten, die man für eine komplette, kundenspezifische Lichtlösung braucht, zum Beispiel
- LED oder LED Module
- Optiken (Linsen, Diffusorscheiben usw.)
- Elektronische Vorschaltgeräte
- und Steuerkomponenten zum Beispiel fürs Dimmen oder für Farbwechsel
Mögliche Anwendungen für LED Systeme sind die Integration in einen Autoscheinwerfer oder der Einsatz als Backlight in einem LCD Bildschirm.
Bei LED-Systemen bieten wir unseren Kunden deutliche Vorteile: Denn Osram ist der Lichtspezialist, der dem Kunden aus einer Hand eine optimierte Gesamtlösung aus klassischen Leuchtmitteln, EVG und LED liefert. Und wir können auf gewachsenen Kundenbeziehungen aufbauen.
Daher startet in wenigen Tagen, am 1. Dezember, unsere neugegründete Sparte LED Systems. Wir wollen damit dieses Geschäft bündeln und ausbauen. Es geht uns darum, das Systemgeschäft, das wir heute bei traditionellen Lichtquellen schon betreiben, erfolgreich auf LED auszudehnen. Die Sparte Opto Semiconductors ist weiter für die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von Einzel-LED zuständig.
Sie erhalten jetzt noch einige Informationen zu Veränderungen in unserer Geschäftsführung. Zum 1. Januar 2006 folgt Johannes Närger als CFO auf Dr. Thomas Seeberg, zum 01. April 2006 wird Claus Regitz Nachfolger unseres Chief Technical Officers Dr. Jörg Schaefer. Herr Dr. Seeberg und Herr Dr. Schaefer treten beide planmäßig Ende Dezember bzw. Ende März in den Ruhestand.
Johannes Närger kommt von Siemens Medical, ist bei Osram aber kein Unbekannter: Er war bereits von 1995 bis 2001 bei uns in führenden Positionen in München sowie den USA tätig. Claus Regitz kann auf eine über 20jährige Erfahrung im technischen Bereich bei Osram zurückblicken. Derzeit ist er Chief Operating Officer bei der Osram Opto Semiconductors in Regensburg.
Die Aufgabe von Hrn. Dr. Seeberg als Arbeitsdirektor wird zum 1. Januar Hr. Dr. Kurt Gerl übernehmen, der seit Mai 2005 unserer Geschäftsführung als Chief Sales Officer angehört. Als ehemaliger Chef der Sparte General Lighting verfügt er über langjährige Erfahrungen in unserem Unternehmen und beste Kundenkontakte.
Hr. Dr. Seeberg kam 1998 von Siemens als CFO zu Osram. Hr. Dr. Schaefer ist bereits seit 1982 im Unternehmen, seit 1991 als CTO. Auch wenn Sie beide noch einen bzw. vier Monate im Amt sind, so möchte ich Ihnen doch auch an dieser Stelle bereits für den Beitrag danken, den Sie zum Erfolg von Osram in der vergangenen Jahren geleistet haben. Denn Sie haben - gemeinsam mit meinem Vorgänger Herrn Dr. Bopst - Osram zu einem Weltkonzern und zu einem Hightech-Unternehmen der Lichtbranche gemacht. Herzlichen Dank!
Die Marke Osram feiert im kommenden Jahr ihren 100. Geburtstag. Mit der Marke Osram ist ein hohes Qualitätsversprechen für unsere Kunden in rund 150 Ländern weltweit untrennbar verbunden. Und unser ständiger Drang, für unsere Kunden alle Produkte
- noch besser,
- noch langlebiger,
- noch umweltfreundlicher zu gestalten
- und mit unseren Innovationen Trends zu setzen.
Wie im vergangenen Geschäftsjahr. Wir haben, kurz zusammengefasst,
- Produktneuheiten wie die Ostar-Familie und die Puritec vorgestellt,
- Wir haben den Umsatz und das Ergebnis gesteigert,
- die Investitionen in Sachanlagen sowie die FuE-Aufwendungen erhöht,
- und insbesondere mit dem Konzept für eine Asien-Organisation und die neue Sparte LED Systems zwei entscheidende Weichenstellungen für künftiges Wachstum getätigt.
Mit diesem positiven Ergebnis gehen wir zuversichtlich in das laufende Geschäftsjahr und in das nächste Jahrhundert. Osram ist ein erfolgreiches Hightech- Unternehmen der Lichtbranche. Kundenfokus und Innovationen sind auch in Zukunft unser Lebenselixier.
Diese Rede enthält zukunftsgerichtete Aussagen und Informationen - also Aussagen über Vorgänge, die in der Zukunft, nicht in der Vergangenheit, liegen. Diese zukunftsgerichteten Aussagen sind erkennbar durch Formulierungen wie "erwarten", "antizipieren", "beabsichtigen", "planen", "glauben", "anstreben", "einschätzen", "werden" oder ähnliche Begriffe. Solche vorausschauenden Aussagen beruhen auf unseren heutigen Erwartungen und bestimmten Annahmen. Sie bergen daher eine Reihe von Risiken und Ungewissheiten. Eine Vielzahl von Faktoren, von denen zahlreiche außerhalb des Einflussbereichs von Osram liegen, beeinflusst die Geschäftsaktivitäten, den Erfolg, die Geschäftsstrategie und die Ergebnisse von Osram. Diese Faktoren könnten dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, Erfolge und Leistungen von Osram wesentlich abweichen von den in zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit enthaltenen Angaben zu Ergebnissen, Erfolgen oder Leistungen. Für uns ergeben sich solche Ungewissheiten insbesondere, neben anderen, aufgrund folgender Faktoren: Änderungen der allgemeinen wirtschaftlichen und geschäftlichen Lage, Änderungen von Wechselkursraten und Zinssätzen, Einführung konkurrierender Produkte oder Technologien durch andere Unternehmen, fehlende Akzeptanz neuer Produkte und Dienstleistungen seitens der Kundenzielgruppen von Osram, Änderungen in der Geschäftsstrategie und verschiedene andere Faktoren. Detailliertere Informationen über bestimmte dieser Faktoren sind diesem Geschäftsbericht selbst sowie darüber hinaus den Berichten zu entnehmen, die Siemens bei der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC eingereicht hat und die auf der Siemens-Website unter www.siemens.com und auf der Website der SEC unter www.sec.gov abrufbar sind.
Sollte sich eines oder mehrere dieser Risiken oder Ungewissheiten realisieren oder sollte sich erweisen, dass die zugrunde liegenden Annahmen nicht korrekt waren, können die tatsächlichen Ergebnisse sowohl positiv als auch negativ wesentlich von denjenigen Ergebnissen abweichen, die in der zukunftsgerichteten Aussage als antizipierte, geglaubte, geschätzte, erwartete, beabsichtigte, geplante oder projizierte Ergebnisse genannt worden sind. Osram übernimmt keine Verpflichtung und beabsichtigt auch nicht, diese zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren oder bei einer anderen als der erwarteten Entwicklung zu korrigieren.



